ich versuche meinen Kindern Eigenständigkeit beizubringen. Denn in meinen Augen gibt es nichts schlimmeres als die 16jährigen die immer noch uneigenständig sind und von Mama durch die Gegend chauffiert werden .... (wir haben so ein Beispiel in der Schule... der Junge ist zwar erst 13.... so wie mein Großer, Aber Mama fährt und Mama ist super unflexibel.... abgesehen davon das ich sie nicht mag ;-)
Meine Kleine hat seit der 3. Klasse ein Schokoticket (hier der Monatsfahrschein für Schüler). Anfangs durfte sie nur fahren wenn der Große sie mitgenommen hat. Mittlerweile fährt sie regelmäßig allein. Anfangs sagt sie mir dann sie hätte Angst allein zu fahren, aber irgendwann bekam ich raus, ihre Klassenkameradin mit der sie schon mal fährt war nicht in der Schule.... sie hat dann keine Lust allein zu fahren, dann es ist natürlich bequemer abgeholt zu werden. Jetzt bin ich im Moment ziemlich viel unterwegs... beruflich.... weil ich eine Fortbildung mache, die nicht ganz einfach ist. Mein Mann springt hier zwar ziemlich oft ein, aber das geht nur so lange der Arbeitgeber mitspielt. Wie machen das die Alleinerziehnenden? Dürfen die nie ausgehen oder sich weiterbilden? Ich habe ständig ein schlechtes Gewissen! Und das muss ich endlich "loswerden".
Männer sind dann einfach mal weg... und ich hadere und glaube mein Mann und die 3 freien Tage die er sich genommen hat sind ein Opfer? Nee.... ich denke die genießen es auch mal ohne mich. Also weg mit dem schlechten Gewissen! Ich werde vermutlich wieder von einigen Eltern schief angeschaut, aber ich möchte nicht mehr die Mama sein, die arbeitet (diese arme Frau die arbeiten muss), sondern würde gern meinen Job gut machen und tolle Kinder erziehen... und die müssen eigenständiger sein, als das Mamasöhnchen aus der Schule.
Ich übe also weiter kein schlechte Gewissen zu haben.
... in den letzten Wochen und Monaten sehe ich mit Erschrecken, dass immer mehr Menschen in Deutschland wieder braune Gedanken raushauen. Die ganzen Vorfälle, die in der Presse in den letzten Wochen veröffentlicht worden sind; wie den Jugendlichen der einen Flammwerfer anstelle der Wasserspritze einsetzten wollte oder die Demonstrationen in Heidenau... ganz ehrlich, das kotzt mich an! Ich war dieses Jahr im Urlaub in Schottland, auf der Fahrt nach Großbritannien sind wir durch Calais gefahren. Von der Autobahn aus konnte ich das Lager der vielen Menschen sehen, die jede Nacht versuchen durch den Tunnel nach England zu kommen oder sich für eine bestimmte Zeit dort verstecken. Ich hatte im Vorfeld schon davon gelesen und mir wurde ganz eng ums Herz und ich musste schlucken. Wer von uns "armen" Deutschen musste in den letzten Jahren seine Familie, Freunde und das ganze Hab und Gut verlassen, weil einige radikale Idioten uns bedrohen? Keiner! Wir Europäer haben das Glück gehabt hier auf die Welt zu kommen und nicht in einer Gegend wo man Angst um sein eigenes oder das Leben von unseren Lieben haben muss. Wir Europäer brauchen uns nicht zu verstecken, wenn Fremde in unsere Stadt / unser Dorf kommen. Wir müssen keine Angst haben dass der komische Nachbar uns ans Messer liefert ... und wenn er das doch macht, ist das schlimmste was uns passiert eine Anzeige wegen Ruhestörung oder ähnlichem. Niemand hackt uns den Kopf ab. Niemand überfällt unsere Kinder und tut ihnen Furchtbares an oder verschleppt sie. Wer von uns lebt monatelang mit vielen anderen "Fremden" in einer Turnhalle ohne die Möglichkeit zu haben sich zurück zu ziehen? Wer lebt Bett an Bett mit Menschen, deren Sprache er vielleicht nicht mal spricht... es gibt tatsächlich andere Sprachen als Ausländisch! Wer von uns hat nur noch das, was er am Körper trägt? Wer von uns freut sich, wenn andere Fremde uns Spielzeug und Kleidung für unsere Kinder schenken? NIEMAND. Dieser Post schlummert schon seit Wochen als Entwurf herum, ähnlich wie Fee hier oder Christina hier habe ich versucht einen Post dazu zu schreiben, gelöscht und wieder angefangen ... das lasse ich einfach und möchte hier nur Stellung beziehen.
Wichtig ist das wir ALLE den Mundaufmachen ähnlich wie Joko und Klaas
oder wir machen mit bei großartigen Aktion wie dieser hier mit:
http://www.blogger-fuer-fluechtlinge.de
Letzte Woche habe ich einer Freundin Hefte und Stifte für Schüler mitgegeben die unsere Sprache sprechen lernen wollen.
Ich denke jeder muss das tun, was er kann und dann wird hoffentlich irgendwann der letzte SpackoIdiot wie auch immer wir sie nennen wollen erkennen, dass man helfen muss wo man kann, damit Menschen die alles aufgegeben haben eine Zukunft haben #Mundaufmachen! Michaela